Was ist wirklich drin in Creme, Deo und Co.?
Die Hautgesundheit ist mittlerweile zu einem gesundheitspolitischen Problem geworden. Das erweisen wissenschaftliche Studien mit teilweise mit sehr großen Teilnehmergruppen. Für Experten ist klar: Durch die Benutzung von kosmetischen Produkten nehmen Hautallergien in der Bevölkerung ständig und teilweise auch dramatisch zu. Vor allem chemische Konservierungsmittel und Parfüme sind die Ursachen von Hautallergien. Das gilt bei Erwachsenen, zunehmend aber auch bei Babys und Kindern. Darüber hinaus stehen bestimmte Inhaltsstoffe vieler Kosmetikprodukte des täglichen Bedarfs im Verdacht, Hormone und Eiweiße zu verändern, Formaldehyd abzuspalten sowie Nitrosamine zu bilden, das sind krebserregende Substanzen.
Transparenz für die Schönheit!
Um die Risiken von Kosmetikprodukten bewerten und auf sie reagieren zu können, müssten die Gefahren und deren Ursachen transparent gemacht werden – genau das ist das Anliegen einer Internet-Verbraucherschutzseite. Das Internet-Portal Kosmetikanalyse.de der Stiftung zur Förderung der Hautgesundheit bietet jedem die Möglichkeit, selbst die Risiken und Vorteile von Kosmetika und deren Inhaltsstoffe zu erkennen – und zwar noch bevor die Pharma- und Kosmetikkonzerne der neu vom EU-Parlament verabschiedeten Kennzeichnungspflicht innerhalb der Kosmetikverordnung nachkommen.
Das Portal listet und bewertet die Eigenschaften von über 8.000 Inhaltsstoffen von rund 2.000 Produkten. Insgesamt werden 600 bekannte Kosmetikmarken herstellerneutral bezüglich Risiken und Nutzen für die Hautgesundheit analysiert. Der Verbraucher kann sich so konkret über die Sicherheit und die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe seiner Lieblingskosmetikprodukte informieren. Eine Ampelbewertung ermöglicht eine leicht verständliche Verbraucherinformation von „sehr gut“ bis „sehr schlecht“. Um Unabhängigkeit und Werbefreiheit des Portals zu sichern, zahlt der Nutzer für einen sechsmonatigen Zugang einen einmaligen Beitrag von 30 Euro.
An wen richtet sich die Verbraucher-Plattform?
Nützlich ist das Portal vor allem für Menschen mit sehr empfindlicher Haut, Allergiker, Kosmetikerinnen und Hautärzte. Auch Eltern können sich über schonende Baby-Produkte mit unbedenklichen Inhaltsstoffen informieren. Wirkungsweisen und Beschaffenheit der einzelnen Inhaltsstoffe werden eingehend erklärt und sind mit Links zu weiterführenden Informationen versehen, darunter Studien, Artikel, Interviews und Statements. Das macht es Verbrauchern sowie Ärzten und Apothekern leicht, sich über die Wirkung der in Kosmetikartikeln enthaltenen Inhaltsstoffe zu informieren. Günter W. Reichelt, Verwaltungsrat von Cosmetic Analysis, erläutert: „Bereits seit einem Jahr klärt die Stiftung zur Förderung der Hautgesundheit Verbraucher herstellerneutral über Risiken und Nutzen von Kosmetika für die Hautgesundheit auf. Dabei haben wir auch festgestellt, dass die teuren Produkte nicht immer die hautfreundlichsten Produkte sind. Wir erklären daher Verbrauchern, welche individuellen Risiken und Nutzen ihnen die einzelnen Inhaltsstoffe in Kosmetika bringen.“
Und sollte ein Produkt im Portal nicht auffindbar sein, kann über die Eingabe der auf der Verpackung stehenden Inhaltsstoffe ganz einfach selbst analysiert werden. Mal sehen, ob es auch danach noch hält, was es verspricht.
Dreh´ die Packung um!
Body&Mind im Gespräch mit einer Portal-Testerin
B&M: Karoline, was ist an Ihrer Haut so problematisch?
Ich leide seit meiner Pubertät an sehr empfindlicher Haut. Ich vertrage nur wenige Produkte. Wenn ich ein neues Make-up oder eine neue Tagescreme ausprobiere, kann es vorkommen, dass ich sofort rote und trockene Stellen bekomme und meine Haut spannt und schmerzt. Deswegen achte ich schon seit meiner Pubertät darauf, was in Cremes steckt. Ein gesundes Hautbild ist mir sehr wichtig
.B&M: Worauf achten Sie beim Kauf neuer Kosmetika?
Informationen über Kosmetikprodukte hole ich mir oft aus der Werbung. Hier achte ich auf Produkte, die für Problemhaut bestimmt sind. Mein Dermatologe hat mir geraten, eher zu natürlichen Produkten zu greifen. Obwohl ich erst skeptisch war, achte ich heute oft darauf, dass die Produkte keine synthetischen oder Konservierungsstoffe haben. Dies ist meist lediglich bei Naturkosmetik der Fall. Bei der Gesichtspflege achte ich auf natürliche Produkte. Auch bei meinem Test haben Naturprodukte am besten abgeschnitten.
B&M: Welche Kosmetika haben Sie getestet?
Ich habe mir meinen gesamten Badezimmerschrank vorgenommen und alle meine Lieblingsprodukte eingegeben – vom Parfüm über Deo, Cremes und Lotionen bis hin zum Shampoo. Einige Produkte waren bereits in der Datenbank bewertet, die anderen habe ich mitsamt Inhaltsstoffen selbst eingepflegt.
B&M: Und was ist dabei heraus gekommen?
Es hat mich überrascht, dass viele teure Produkte so schlecht abgeschnitten haben und teilweise sogar im schädlichen roten Bereich lagen – meine Sonnencreme war zum Beispiel so ein Fall. Am besten abgeschnitten haben die Naturkosmetikprodukte, auch die aus dem unteren Preissegment. Mein Lieblingsshampoo habe ich nach dem Test direkt umgetauscht: Ich hatte mir am selben Tag eine neue Flasche gekauft und musste schockiert feststellen, dass es aufgrund der Inhaltsstoffe „sehr schlecht“ abgeschnitten hat. Die Konsequenz: Ich habe es wieder zurück gebracht. Auch bei Deos bin ich nun vorsichtiger, alle meine Lieblingsprodukte haben schlecht abgeschnitten.
B&M: Was hat der Test an Ihrem Verhalten geändert?
Ich bin offener für günstigere und natürliche Produkte geworden und lasse mich nicht mehr so häufig von Werbespots beeinflussen. Auch bin ich nicht mehr so festgefahren auf eine Marke, denn jede Marke hat auch mal ein schlechtes Produkt. Ich schaue mittlerweile vielmehr auf das Kleingedruckte, also die Inhaltsstoffe. Mein neuer Grundsatz ist: „Karoline, dreh die Packung um!“
Ein neues Verbraucherportal bietet unabhängige Kosmetikanalyse. Prüfen auch Sie Ihre Lieblingsprodukte nach Ihren Inhaltsstoffen
Karoline Klann leidet an Problemhaut und hat mit Hilfe des Verbraucherportals Kosmetikanalyse.com die Lieblingsprodukte Ihres Badezimmerschranks analysiert – und dabei interessante Entdeckungen gemacht.