Bräune aus der Tube
Wie so viele Dinge scheint sich das gesellschaftliche Schönheitsideal mit der Zeit zu verändern. Das betrifft auch unsere Hautfarbe. Früher in feinen Kreisen noch verpönt, ist gebräunte Haut heute für viele ein Zeichen von Wohlstand und Gesundheit. Doch wie kommt man zu dem Teint, wenn die Sonne gerade mal nicht scheint? Auch darauf gibt uns die Industrie fast täglich Antworten. In den Geschäften häufen sich Produkte, die uns eine natürliche Bräune ganz ohne Sonnenlicht versprechen. Damit auch Sie bei der nächsten Shopping-Tour wissen, welches Produkt Ihren Ansprüchen am besten gerecht wird, und was diese eigentlich bewirken, haben wir die wichtigsten Besonderheiten für Sie zusammengestellt.
Selbstbräunungsmittel
Die wohl bekannteste Gruppe der Kosmetika bewirkt eine Anfärbung der äußeren Hornhautschichten. Das liegt an dem in den meisten Selbstbräunungsmitteln enthaltenem Dihydoxyazeton, kurz DHA. Es handelt sich hierbei um ein natürliches Kohlenhydrat, das in die obersten Zelllagen der Haut eindringt und dort mit den körpereigenen Eiweißen reagiert. Das wiederum hat zur Folge, dass Farbstoffe (Melanoide) produziert werden. Kurz gesagt: Unsere Haut färbt sich braun. Je höher der DHA-Anteil, desto stärker die Bräunung. Üblicherweise liegt die Konzentration des Stoffes zwischen zwei und sechs Prozent. Erstaunlicherweise haben Studien gezeigt, dass die Substanz bei 10 – 15 Prozent der Bevölkerung nicht wirkt. Woran das liegt, ist noch nicht endgültig geklärt. Wenn Sie nicht gerade zu diesem geringen Prozentsatz gehören, müssen Sie sich nach dem Einreiben noch ca. acht Stunden gedulden, bis die Bräune schließlich einsetzt. Um die Hautfärbung zu halten, sollte der Selbstbräuner alle drei bis vier Tage neu aufgetragen werden. Das hat den einfachen Grund, dass unsere Haut sich ständig erneuert und deshalb Schüppchen abstößt. Wiederholt man das Eincremen nicht, ist die Farbe in spätestens 15 Tagen vollständig verschwunden. Die Anwendung von Selbstbräunern ist völlig ungefährlich. Aber beachten Sie unbedingt, dass diese Mittel keinen Schutz vor Sonnenbrand bieten!
Bräunungsverstärker
Bräunungsverstärker regen die Reifung und Neubildung des Hautpigments Melanin an. Heute ist es vor allem der Wirkstoff Tyrosin, eine ebenfalls im Körper vorkommende Aminosäure, die die Melaninproduktion anregt. Kupfer beschleunigt diesen Prozess und ist deshalb auch oft in den entsprechenden Produkten enthalten. Diese Inhaltsstoffe lösen die früher enthaltenen ätherischen Öle und Extrakte ab, die bei den Anwendern häufig zu Hautirritationen und Empfindlichkeitsstörungen geführt haben. Ergänzt werden Tyrosin und Kupfer von fett- und feuchtigkeitsspendenden Stoffen, die zu einer lang anhaltenden Bräune beitragen sollen. Andere Pflanzenextrakte, wie beispielsweise Kamille, beruhigen die Haut zusätzlich.
Bronzierungsmittel
Auf ganz andere Art und Weise funktionieren Bronzierungsmittel. Denn sie wirken nicht im Körper, sondern sind rein oberflächlich. Wasserlösliche Pigmente verleihen der Haut einen dunklen Teint. Da sie nicht in die Hautschichten eindringen, sind diese allerdings leicht abwaschbar und halten deshalb nicht lange. Bronzierungsmittel eignen sich ideal, um Gesicht oder Körper auch kurzfristig einen leicht gebräunten Teint zu verleihen. Zudem sorgen häufig Perlglanzpigmente dafür, dass die Haut nicht nur schön getönt ist, sondern außerdem noch leicht schimmert – der optimale Partybegleiter also!