Suppenzeit!
Gerne erinnern wir uns an Omas Suppentopf, dessen Inhalt wir in einigen Situationen dankbar geschlürft haben. Bei Magenverstimmung war oft eine Haferschleimsuppe die beste Medizin, bei Halskratzen und Erkältungserscheinungen kam der Klassiker zum Zuge, eine gute warme Hühnersuppe. Um deren heilsame Wirkung wussten bereits die alten Chinesen, die sie bei Erkältung und Magenleiden auslöffelten. Ein überliefertes Rezept der Traditionellen Chinesischen Medizin lehrt uns, das Suppenhuhn dazu mindestens drei Stunden zu kochen. Der entstehende Sud soll Leib und Seele wieder zusammenführen. Fein geriebener Ingwer gibt zur Abwechslung eine exotische und erfrischende Geschmacksnote und liefert auch noch, neben der antiseptischen Wirkung, Vitamin C, Zink, Magnesium, Eisen, Calcium und Kalium.
Eiweißlieferant
Ob Sie nun eine herzhafte und klare Gemüsesuppe oder eine cremige Brokkolisuppe auftischen – gesund sind sie beide. Der Blick auf die Nährwertangaben macht jedoch schnell deutlich, dass Gemüsesuppen zwar einen hohen Anteil an Vitaminen und Mineralstoffen haben, der Anteil an Aminosäuren jedoch geringer ausfällt als beispielsweise bei einer Rindfleischsuppe. Fazit: Verwendete Kochbücher sollten ein ausgewogenes Verhältnis unterschiedlichster Suppenrezepte haben. Denn auf Aminosäuren, sprich Eiweiß, kann der menschliche Organismus nicht verzichten. Ihm werden vielfältige Funktionen im Körper zuteil, unter anderem die Bildung von Antikörpern für ein starkes Immunsystem und die Hormonbildung. Auch sind Eiweiße maßgeblich an der Bildung und Reparatur von Haut, Haaren, Nägeln und Muskeln beteiligt. Und das allerbeste: Eiweiß macht satt und schlank! Bekommt der Organismus nicht genug davon, dann spürt das der Mensch: Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Infektanfälligkeit, Übergewicht, beginnende Diabetes, Heißhunger auf Süßes und geschwollene Beine können Folgen von Eiweißmangel sein.
Die Mischung macht´s
Das alles kann auf so einfache wie leckere Weise vermieden werden. Vor allem in Suppen lassen sich wichtige Eiweißlieferanten vielfältig verwerten. Mein Tipp: Kombinieren Sie Ihre Suppen immer so, dass ein Drittel der Zutaten Aminosäuren enthalten. Die ist der Fall bei magerem Geflügel, Pute, Fisch, Tofu, Quarkbällchen oder Eierstich. Wenn es einmal nur eine reine Gemüsesuppe sein soll, dann servieren Sie zum Nachtisch eine leckere Quarkspeise, und Sie haben eine ausgewogene Mahlzeit zusammen gestellt, die alle notwendigen Nährstoffe enthält.
Suppe gut, alles gut
Ernährungsphysiologisch unterstützt eine Suppe den Darm und die Verdauung. Verantwortlich sind dafür die in frischem Gemüse enthaltenen Ballaststoffe. Sie regen die Darmtätigkeit auf schonende Weise an. Auch für den Säure-Basenhaushalt leistet die Suppe hervorragende Dienste, denn Gemüse spendet viele basische Mineralien, die gegen die Schlackenbildung in den Organen angehen und damit auch die Gefahr von Übergewicht und Trägheit mindern.
Tipp: Bereiten Sie öfter einmal eine Gemüsecremesuppe als Vorspeise zu. Damit füllen Sie ganz sicher ihren Mineralienspeicher auf. Zum Beispiel: Brokkoli zehn Minuten in Bio-Gemüsebrühe köcheln lassen, anschließend fein pürieren und mit Sojasahne cremig machen. Da Sojasahne rein pflanzlichen Ursprungs ist, enthält sie kein Cholesterin, dafür aber wertvolle Aminosäuren.
Manche mögen´s heiß
Was dem Briten sein Hafer-Porridge, ist dem Japaner sein heißes Miso-Süppchen. Die traditionelle Art des japanischen Frühstücks sei jedoch auch denjenigen „wärmstens“ empfohlen, die häufig frieren oder morgen schlecht in Schwung kommen. Ein Miso-Suppe besteht aus Fischsud, Miso (Sojabohnenpaste), Tofu, Meeresalgen und Frühlingszwiebeln. Je nach Jahreszeit können die Zutaten variieren. Besonders lecker ist die Kombination mit Pilzen wie Shiitake. Der Gesundheitsaspekt einer Miso-Suppe liegt in ihren wertvollen Inhaltsstoffen: Wenig Fett, dafür ein besonders hoher Anteil an Proteinen, Mineralien, Spurenelementen und leicht verdaulichen Kohlenhydraten.
Ob Hühner-, Hafer- oder Miso-Suppe, ohne Salz geht nichts – zumindest könnten wir ohne das weiße Kristall weder unsere Nahrung richtig verdauen, noch würde unser Blutdruck korrekt reguliert werden. Verwendet werden sollte jedoch ausschließlich Meer- oder Steinsalz. Das in raffiniertem Haushaltssalz enthaltene Natriumchlorid überlastet die Nieren, die den vermeintlichen Giftstoff wieder loszuwerden versuchen.
Fix und fertig
Fertigsuppen sind in den Zeiten des Convenience-Food ein ganz heißes Thema. Sie mögen zwar auf der Packung aussehen, als seien sie wahre Gesundheitswunder, in der Realität reichen viele von ihnen geschmacklich und gesundheitlich lang nicht an frische Ware heran. Auf jeden Fall sollten Sie darauf achten, was so alles aus der Tüte in den Wassertopf kommt. Geschmacksverstärker, Aromen oder gefärbte Verbundschwämme von gemüseähnlichem Aussehen dürften nicht Ihr Interesse finden. Auch echtes Fleisch ist selten in Fertigsuppen vorzufinden. Also am besten ran an den Topf und selber kochen! Zumal Sie Ihre Eigenkreation auch in größeren Mengen kochen und anschließend portionsweise einfrieren können. Somit ist an betriebsamen Werktagen schnell eine leckeres Mahl für die ganze Familie bereitet.
Auch das Zeitargument zählt nicht. Wer denkt, eine Suppe sei zeitaufwendig, der irrt: Sie können einfach Gemüse ganz grob schneiden, kurz in Sesamöl anbraten – das sorgt für einen köstlichen Geschmack – mit Brühe aufgießen, zehn bis 15 Minuten köcheln lassen und das Ganze pürieren – fertig! Zumal Sie sich auch ein paar Küchenhelfer besorgen können...
Suppenkasper
Haben Sie keine Scheu, die lieben Kleinen auch mal am Gemüsebrett einzusetzen – es wird ihnen Spaß machen. Ab einem Alter von vier Jahren können Kinder ihr eigenes, unscharfes und vorne abgerundetes Messer bekommen. Damit sind sie gut gerüstet um bei der Zubereitung mitzuhelfen, was sie besonders stolz macht. Ein weiterer Vorteil: Kinder probieren alles, was sie selbst herstellen. Ein von ihnen ungeliebtes Gemüse kann auf diese Weise auch mal dem Topf fernbleiben und Sie sind sich so sicher, Abnehmer für Ihre Kreationen zu finden. Denn Kinder lieben Suppen nicht nur in der kalten Jahreszeit, sondern vor allem dann, wenn Phantasie ins Süppchen gebracht wird. Oder finden Sie nicht auch, dass sich „Räubersuppe mit Schatzsuche“ abenteuerlicher anhört als Linseneintopf? Und wenn wir schon beim Thema sind: Linsen haben einen hohen Zinkanteil. Das Spurenelement spielt eine wichtige Rolle im Stoffwechsel und sorgt für ein starkes Immunsystem. Da der Körper Zink nicht selbst herstellen kann, muss es über die Nahrung zugeführt werden.
Der gemeinsame Spaß ist unvergleichlich, und sicherlich würde es auch Sie irgendwann mal freuen zu hören, wenn ihre Kinder sich noch im Erwachsenenalter an den dampfenden Suppentopf auf dem Tisch erinnern!
Der große, dampfende Topf ist ein Aufruf an alle, sich um den runden Tisch herum zu versammeln – denn die Suppe riecht verführerisch! Mit viel Aufwand oder gar hoher Kochkunst hat ihre Zubereitung rein gar nichts zu tun. Gebraucht wird eigentlich nur zweierlei: ein gutes Rezept und ein paar Kenntnisse über die ausgewogene Zusammensetzung einer Suppe