Heiße Knollen für kalte Tage
Spätestens wenn grippale Infekte wieder Saison haben, ist die Zeit gekommen, auch unseren Speiseplan kritisch unter die Lupe zu nehmen. Denn vitalstoffreiche, sowie wärmende und energiespendende Lebensmittel können unsere „Körperpolizei“ aktivieren. Dazu gehören auch Gewürzpflanzen wie Kurkuma (Gelbwurz) und Ingwer.
Ist sie schon als Zutat in Pfefferkuchen und Lebkuchen mehr als bekannt, kann die kleine Knolle im Heilwesen mit einer noch viel längeren Tradition aufwarten: 2700 v. Chr. ließ ihr der chinesische Kaiser Shen Nung besondere Ehre zuteil werden, indem er ihr den Platz als wichtigste Heilpflanze zuwies. Dort wird sie auch noch heute von der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) zur Stärkung der sogenannten Körpermitte verwendet – also Milz, Magen und Lunge. Nach ihren berühmt-berüchtigten kulinarischen Gelagen kurierten die alten Griechen und Römer eintretendes Magengrummeln ebenfalls mit den ätherischen Ölen des Ingwers, den sogenannten Gingerolen. Für diese Inhaltsstoffe sind wir der Ingwerwurzel noch heute dankbar. Sie verleihen der Knolle nämlich nicht nur ihren charakteristischen Geschmack, sondern regen auch die Produktion der Verdauungssäfte an.
Unser Tipp: Frischer Ingwer hält sich in einer geschlossenen Plastikschüssel über mehrere Wochen frisch. Gerieben eignet er sich auch sehr gut zum Einfrieren.
Wärme von innen: Ingwertee
Besonders an kalten Tagen sorgt die knubbelige, nicht sonderlich ansehnliche Wurzel für gesteigertes Wärmeempfinden. Das haben wir ihrer aktivierenden Eigenschaft auf die körpereigenen Wärmerezeptoren zu verdanken. Vor allem asiatische Länder nutzen die Ingwerwurzel als effektives Mittel bei Erkältungskrankheiten und Rheuma.
Ein einfaches Prophylaxemittel in der Erkältungszeit ist etwa Ingwertee. Dazu 4 Ingwerscheiben (etwa 3 mm dick), 1 Zimtrinde und 3 bis 4 Apfelschnitzchen mit einem halben Liter Wasser zum Kochen bringen. Das Ganze etwa 15 Minuten leicht köcheln lassen, dann abseihen und warm genießen. Vor allem wohltuend nach einem winterlichen Spaziergang in der Kälte. Nach Belieben kann auch noch mit etwas Honig gesüßt werden.
Gelb & Gut:
Wundheiler Kurkuma
Zwar lassen uns hartnäckige Kurkuma-Flecken auf der Kleidung schlichtweg verzweifeln, der Farbstoff Kurkumin – der übrigens auch für die Gelbfärbung des Currypulvers mitverantwortlich ist – meint es dafür in anderen Bereichen um so besser mit uns. Im indischen Kulturkreis kommt er etwa nicht nur seit 4000 Jahren als aromatische Zutat auf den Tisch, sondern auch in den Medizinschrank. Eingesetzt wird er unter anderem bei Verdauungsproblemen und entzündlichen Prozessen unterschiedlicher Art, darunter entzündliche Hauterkrankungen, Entzündungen im Mund- und Rachenraum sowie im Verdauungstrakt. Wie schön, dass man sich noch auf so einfache und natürliche Art und Weise behelfen kann.
Kurkuma ist vor allem in der äußerlichen Anwendung wirksam. Bei Verstauchungen um Prellungen wird das mit Honig vermischte Pulver auf die betroffene Stelle aufgetragen. Ein Breiumschlag hilft bei offenen Wunden und Ringelflechte. Angerührt mit Senföl entsteht wiederum eine Paste, die bei Hautunreinheiten klärend wirkt. Aber Vorsicht: Kurkuma kann die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Meiden Sie also bei äußerlicher Anwendung Sonnenbäder. Empfindliche Haut reagiert manchmal auch mit Hautausschlägen. Probieren Sie also die Paste zunächst an einer kleinen Hautstelle aus.
Autor: Dr. Michaela Döll
Bild: Shutterstock
Aus: Body&Mind, Ausgabe 1/2010