Sinnbild feuriger Liebe
Der Granatapfel oder Grenadine (Punica granatum L.) ist eine alte Kulturpflanze mit mythischer Bedeutung. Er galt als Symbol der Fruchtbarkeit und die rote Blüte als Sinnbild der feurigen Liebe. Man sprach ihm auch aphrodisierende Wirkung zu. Ursprünglich wurde er als verdauungsförderndes Mittel und als Medizin bei verdorbenem Magen angewendet. Die Pflanze wächst als Strauch oder kleiner Baum (1,5 bis 5 m Höhe) und trägt prächtige orangerote Trichterblüten an den Zweigspitzen. Die apfelförmige Frucht mit der lederartigen Schale enthält in unregelmäßigen häutigen Kammern zahlreiche Samen. Ihre saftige und rote Außenschicht ist essbar. Aus dem Fruchtfleisch werden Sirups und Liköre hergestellt und unter dem Namen Grenadine wird er häufig für alkoholische Mischgetränke verwendet.
Der Granatapfel wird heute im westlichen bis mittleren Asien, Süd-Afrika, Süd-Amerika, Australien und dem Mittelmeergebiet kultiviert. Er stammt vermutlich ursprünglich aus Zentralasien, wahrscheinlich Persien. Im Mittelmeergebiet wird der Granatapfel noch häufig als Obst und Arzneipflanze angebaut. Die Granatapfelschalen oder die Rinde von Stamm und Wurzel werden pharmazeutisch und medizinisch verwendet. Das Rohmaterial erhält man durch Abschälen der Rinde, der Wurzel oder Granatapfelfrucht. Bisher gibt es keine klinischen Studien, daher wird der Granatapfel auch von der Kommission E nicht empfohlen.
Natürlicher Farbstoff
Aus der Schale und dem Saft des Granatapfels wurden in früheren Zeiten Farbstoffe gewonnen: Aus der Frucht oder Fruchtschale erhält man die Farben Gelb über Braun bis Pechschwarz. Sie wurde zum Färben von Wolle verwendet. Mit einem Wurzelextrakt zusammen mit einer Eisenbeize können tief dunkelblaue Farbtöne erzielt werden. Zahlreiche Varietäten unterscheidet man an Hand ihres Säuregehalts von süß über süßsauer bis sauer. Vor allem in der nordindischen und iranischen Küche wird die Süße und Säure zum Würzen von Gerichten verwendet. Dank der derben Schale lässt sich der Granatapfel bis zu einem halben Jahr gekühlt lagern.
Gut für Magen, Hals und Zahnfleisch
Der hohe Gerbstoffgehalt erklärt die Wirkung gegen Durchfall, zur äußerlichen Behandlung von Hämorrhoiden, als Gurgelmittel bei Halsschmerzen und zur Behandlung von Zahnfleischproblemen. Daneben wurden für zahlreiche Inhaltsstoffe antimikrobielle Eigenschaften gegen Bakterien, Pilze und den Malariaerreger Plasmodium falciparum beschrieben, klinische Studien fehlen dazu jedoch. Die Wirkung gegen Würmer war schon im Altertum bekannt. Abkochungen der Wurzelrinde dienten bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Mittel gegen Bandwürmer. Laborversuche haben diese Wirkung bestätigt.
In Tierversuchen wurde auch eine Blutzucker-senkende Wirkung für einen Fruchtschalenextrakt festgestellt. Außerdem werden ihm schützende Eigenschaften gegenüber dem Herzkreislaufsystem nachgesagt. Der Granatapfel soll auch eine Wirkung gegen Krebs entfalten. Achtung: Die Alkaloide des Granatapfels, insbesondere in der Schale, können im Darm aufgenommen werden und führen in hohen Konzentrationen zu unerwünschten Wirkungen im Nervensystem. Eine Selbstmedikation kann gefährlich sein.
Verabreichungsform und Dosierung
Granatapfelprodukte gibt es als Kapseln zum Einnehmen, Granatapfelextrakte sind außerdem in Hautpflegeartikeln enthalten. Dabei wird eine schützende (antioxidative) sowie entzündungshemmende Eigenschaft beworben. Granatapfel wird in der traditionellen Medizin noch genutzt: Aufgüsse oder Tinkturen der frischen oder getrockneten Fruchtschale werden gewöhnlich mit Honig eingenommen, um den bitteren Geschmack zu überdecken. Achtung: Die empfohlene, vom Hersteller angegebene tägliche Verzehrmenge, darf nicht überschritten werden. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.phytodoc.de
Die vielen Kerne machten ihn zum Symbol der Fruchtbarkeit, die rote Blüte erinnert an Leidenschaft. Der Granatapfel galt als Aphrodisiakum und wurde gern zur Linderung verschiedener Beschwerden verwendet