Augenblick mal!
Wie Sie den Durchblick bewahren
Unsere Augen verdienen es, „artgerecht“ behandelt zu werden. Wer viel liest, fernsieht oder stundenlang auf den PC-Monitor schaut, sollte sich zwischendurch einige Minuten zur Entspannung der Augen gönnen. Oft schaffen schon Blinzeln in PC- und Fernsehpausen Erleichterung. Auch das Ab- und Aufsetzen der Sehhilfe stärkt die Augenmuskulatur.
Von entscheidender Bedeutung ist die richtige Ernährung. Enthält sie alle nötigen Nährstoffe fürs Augenlicht, dann bedarf es auch keiner zusätzlichen Vitamine oder Mineralien. Eine Schweizer Studie fasst treffend zusammen: „Die einfachste und billigste Prophylaxe für Jung und Alt ist gesunde und vitaminreiche Ernährung und eine Sonnenbrille auf der Nase.“ Vor allem hellhäutige Menschen mit hellen Augen sollten sich vor der Sonne in Acht nehmen und ab dem 50. Lebensjahr bei starkem Sonnenschein und Schnee eine Sonnenbrille mit 400 UV und Seitenschutz tragen. Das rät Dr. Angelika Zier, die in ihrer Stockacher Naturheilpraxis bereits vielen Patienten bei der Verbesserung Ihrer Sehkraft geholfen hat.
Da bleibt kein Auge trocken
Zwickt das trockene Auge mal wieder, kommen meist Augentropfen zum Einsatz. Den natürlichsten Weg für „gut geölte Augen“ gehen Sie jedoch mit der Aufnahme der richtigen Fette in Ihren Ernährungsplan – und das nicht nur zur Gesundheit Ihres Augenlichts. Sonnenblumenkerne, Äpfel, Heidelbeeren, Kokosnuss und Cayennepfeffer haben gefäßerweiternde Wirkung und regen den Blutkreislauf an. Das ist wiederum für die Tätigkeit der Kapillargefäße gut. Die gleiche Wirkung haben übrigens auch frischer Karottensaft oder Saft aus rohen Kartoffeln. Empfehlenswert zu allen Gemüsesorten und Salaten sind Lein-, Raps-, Oliven- und Färberdistelöl.
Zu meiden sind vor allem gesättigte Fette. Sie können zu einem Verschluss der Kapillargefäße führen, die wiederum für die Nährstoffversorgung der für die Produktion der Tränenflüssigkeit verantwortlichen Drüsen zuständig sind. So schwer es fällt, aber auch Lebensmittel, die gehärtete Öle enthalten, sollten nur ab und an zum Genuss werden. Die rote Karte gilt insbesondere für Konditoreiwaren, industriell hergestellte Kuchen, Chips, Popcorn und Margarine.
Trinken, Trinken, Trinken!
Wasser, Schorle, Gemüsesaft und -brühe fördern die Fließfähigkeit des Blutes. Gelenkknorpel, Gehirn und Augen werden auf diese Weise optimal mit den nötigen Nährstoffen versorgt. Sauerstoff- und Nährstoffmangel führen hingegen zu einer Verringerung der Fliessgeschwindigkeit des Blutes. Es dickt ein und ist nicht mehr in der Lage, die Netzhaut ausreichend zu durchbluten. Schlussendlichst kommt es zur Verkümmerung der Netzhaut und des Sehnerv-Gewebes. Man kann es also nicht genug sagen: Flüssigkeit ist für unseren ganzen Organismus gut. Zusätzlich können Sie Ihren Augen noch ein richtiges Fitnessprogramm verschreiben. Damit bewahren Sie dauerhaft den Durchblick und geben Ihren Augen außerdem wertvolle Unterstützung für die stressigen Momente des Alltags.
Das Body&Mind-Augentraining
Mit einfachen Augenübungen lassen sich viele Operationen hinauszögern beziehungsweise vorbeugen. Das Institut für Sehtraining in Bad Vilbel hat ein Übungsprogramm zur Vermeidung einseitiger Belastungen der Sehfähigkeit entwickelt. Probieren Sie es aus! Nehmen Sie dabei eine bequeme Position im Sitzen oder im Stehen ein, sorgen Sie für Frischluft und atmen Sie einige Male tief durch. Ihre Sehhilfe benötigen Sie nicht für die Übungen.
1. Bei sich ankommen
Ihre Füße stehen flach auf dem Boden. Schließen Sie die Augen. Belasten Sie abwechselnd den linken und den rechten Fuß, die Zehen und die Fersen, die Innen- und die Außenseiten der Füße. Stellen Sie sich vor, Sie stehen barfuss am Strand und Ihre Füße sinken ein im warmen Sand. Sie fühlen den Boden unter Ihren Füßen und fühlen sich sicher.
2. Augen begrüßen und auflockern
Halten Sie die Augen geschlossen. Beklopfen Sie behutsam mit den Fingerkuppen die Region rings um die Augen: Augenbrauen, Schläfen, Kieferknochen und den Nasenrücken. Massieren Sie anschließend mit kreisenden Bewegungen die Schläfen. Recken und strecken Sie sich. Öffnen Sie nun die Augen und schauen Sie in die Ferne.
3. Für feuchte Augen
Die Schultern sind locker, der Mund leicht geöffnet. Bewegen Sie langsam den Kopf von einer zur anderen Seite hin und her. Öffnen und schließen Sie dabei die Augenlider leicht und schnell wie Flügelschläge eines Schmetterlings. Lassen Sie dabei alle Seheindrücke an sich vorbeiziehen.
4. Sich Raum schaffen, Blickfeld weiten
Führen Sie die rechte Hand von unten nach oben über den Kopf und schauen Sie Ihrer Hand nach. Das gleiche anschließend mit der anderen Hand. Strecken Sie beide Arme nach vorne aus, blicken Sie nach vorn und greifen Sie mit den Armen weit um sich. Sie spüren Ihre Schultermuskulatur und genießen ein herzhaftes Gähnen.
5. Training für die Augenmuskel
Legen Sie zwischen sich und dem Horizont fünf Stationen fest: Die erste könnte ein vor die Nasenspitze gehaltener Finger sein, die letzte der Horizont. Wandern Sie mit den Augen einige Male und ohne Eile von Station zu Station vor und zurück.
6. Gehirnhälften aktivieren
Stellen Sie sich einen Taktstock vor Ihrer Nasenspitze vor. "Zeichnen" Sie mit diesem imaginären Taktstock lauter kleine und große liegende Achten in den Raum. Beginnen Sie die Bewegung nach links oben. Ihr Nacken lockert sich dabei, die zerebrale Durchblutung verbessert sich und Ihre Augenbewegungen werden dadurch harmonischer.
7. Bad der Farben
Lassen Sie Ihren Blick auf einer schönen farbigen Fläche zur Ruhe kommen. Ob es nun ein Stück Wiese, Wald oder Himmel, eine Zimmerpflanze oder ein Bild ist, spielt keine Rolle. Hauptsache, Sie fühlen sich bei dem Anblick wohl. Weiten Sie nun beim Einatmen den Blick und nehmen Sie die Farbe mit den Augen auf. Versenken Sie beim Ausatmen für acht Atemzüge den Blick tief in die Farbe.
8. Ruhen
Reiben Sie Ihre Handflächen aneinander und legen Sie die gewölbten Hände über Ihre geschlossenen Augen. Stützen Sie dabei Ihre Ellbogen auf der Tischplatte ab. Entspannen Sie sich und genießen Sie die Dunkelheit acht Atemzüge lang.
Das Auge isst mit!
Kulinarische Tipps, die ins Auge gehen
Folgende Nahrungsmittel versorgen die Augen mit wichtigen Nährstoffen und sollten auf keinem Speiseplan fehlen – am besten so frisch wie möglich!
Gemüse:
Avocado, Broccoli (kurz erhitzt), Grünkohl (kurz erhitzt), Knoblauch, Kokosmilch, Kürbis, Leinöl, Mais (möglichst roh), Möhren (gekocht mit Olivenöl), Olivenöl (kaltgepresst extra vergine), Paprika, Petersilie (so frisch wie möglich), Pilze (Shiitake), Sauerkraut, Sojabohnen, Sojamilch, Spinat (roh, z.B. als Salat mit Zwiebeln, Zitrone, Olivenöl), Tomaten(saft). Empfehlenswert sind Gemüse mit Bitterstoffen wie Chicorée, Ruccola und Endivien.
Fisch:
Fetter Hochseefisch wie Hering, Seelachs, Makrele, Rotbarsch, Thunfisch, Dorsch, Schillerlocke.
Obst:
Ananas, Feigen, Grapefruit, Heidelbeeren, Holunder, Limetten, Pflaumen, blaue Trauben, Zitrusfrüchte.
.. und außerdem nicht vergessen:
Buchweizen, Dinkel, Essener Brot, Getreidekörner und -keimöle, Hefe, Kamutbrot, Kokosnuss, brauner Reis, Roggen, Paranüsse, Sesamsamen, Pistazienkerne und vegetarische Aufstriche.
Tipp: Obst möglichst vormittags essen, am besten aufgeteilt in zwei Portionen. Gemüse und Vollkornprodukte zwei- bis dreimal am Tag essen. Bevorzugen Sie bunte Obst- und Gemüsesorten wie rote Zwiebeln, dunkelgelbe und rote Äpfel, tiefrote Tomaten, Blutorangen und rosa Grapefruit. Damit das Eiweiß besser abgebaut werden kann, sollte Fleisch vorzugsweise mit Auberginen und/oder Tomaten zubereitet werden.
Das Auge ist Spiegel der Seele. Und, wie Friedrich Hebbel bereits wusste: "Es gibt auch Spiegel, in denen man sehen kann, was einem fehlt." Bei der Diagnose von Augenthrombose oder Grauem Star ziehen erfahrene Augenärzte auch Zusammenhänge mit Stirnhöhle, Zähnen, Oberkiefer, inneren Organen, Hüfte, Knie und nicht zuletzt seelischen Probleme in Betracht. Doch man kann auch selbst seinen Augen täglich in wenigen Minuten Gutes tun – ohne großen Aufwand