Heilkräuterlexikon

Salbei: Der Frauenfreund

Ob als Tee, Gewürz oder Aufguss: Salbei ist vielseitig verwendbar und kuriert eine Vielzahl von Beschwerden. Egal, ob Sie unter Schweißausbrüchen leiden oder unter Menstruationsbeschwerden – an dem Kraut kommen Sie nicht vorbei

Warum stirbt denn überhaupt ein Mensch, dem Salbei im Garten gedeiht? Dieser Spruch aus dem Mittelalter belegt, welch hohe Heilkraft man diesem Kraut zugeschrieben hat. So ist denn auch der lateinische Name „salvia officinalis“ wahrscheinlich von „salvus“ (gesund) abgeleitet. Gesundheitsfördernde Wirkung hat allerdings nur der wilde Salbei und nicht die Zierpflanze, die man im Gartencenter kaufen kann. Beide Sorten blühen von Mai bis Juni, wobei die Blätter vorher geerntet werden. Sie enthalten zahlreiche gesundheitsfördernde Substanzen wie ätherische Öle, Gerbstoffe, Flavonoide und den Bitterstoff Salvin.

Schweißhemmend

Bekannt ist Salbei heute vor allem für seine schweißhemmende Wirkung, und zwar innerlich wie äußerlich. So helfen Fußbäder mit einem Zusatz des Krauts gegen Fußschweiß, während das Einnehmen der Tinktur unangenehme Schweißausbrüche verhindert, zum Beispiel in den Wechseljahren. Auch gegen andere Beschwerden des weiblichen Klimakteriums kann Salbei helfen.

Überhaupt war die Heilpflanze früher so etwas wie ein „Frauenkraut". Sie galt kurioserweise sowohl als Mittel zur Empfängnisverhütung wie auch als Therapeutikum bei Unfruchtbarkeit. Tatsächlich soll Salbei einen östrogenen Wirkstoff enthalten. Daher empfehlen manche Heilpraktiker einen Absud aus dem Kraut zur Regulierung des Monatszyklus. Bekannt ist außerdem, dass Salbei die Muttermilch zum Versiegen bringt. Deshalb müssen Schwangere und stillende Mütter Produkte der Pflanze unbedingt meiden.

Tee als Antibiotikum

Interessant ist auch die antibiotische Wirkung von Salbei, die dem Salvin zugeschrieben wird. Nicht nur mit Tinkturen, sondern auch mit dem Tee können Sie Bakterien bekämpfen. Dieser Aufguss wirkt gleichzeitig harntreibend. Sebastian Kneipp empfahl Salbeitee bei Gicht, Rheuma und Fettsucht. Damit nicht genug, wirken Salbeispülungen gegen Entzündungen im Mund- und Rachenraum sowie bei grippalen Infekten. Bei Zahnfleischbluten können Sie es mit dem Kauen frischer Blätter versuchen.

Doch nicht nur heilende Kräfte wurden der Pflanze früher zugetraut. Salbei wurde zudem gern für allerlei Liebeszauber eingesetzt, vielleicht weil er nebenbei auch als Aphrodisiakum galt. Magische Wirkung erhofften sich unsere Vorfahren außerdem von dem Brauch, Salbeiblätter zu essen, auf die sie vorher Zaubersprüche gegen Krankheiten geschrieben hatten.

Petra Foede