Heilkräuterlexikon:

Heidelbeere: Ein fruchtiges Kraut

Keine Frage, ihr Genuss ist verräterisch. Bläulich gefärbte Lippen und Zähne zeigen es deutlich – den Verzehr von Heidelbeeren. Verantwortlich dafür ist der Pflanzenfarbstoff Anthocyan, der für den Zellschutz sorgt. Doch die Heidelbeere kann noch viel mehr

Während ihrer Erntezeit – von Juli bis September – heißt es, könne der Arzt Urlaub machen. Und das liegt an ihrem hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalt. Gut für die Sehkraft und entzündungshemmend wirkt sie zudem - die Heidelbeere, die als Familienmitglied der Heidekräuter so manchem Übel gewachsen ist.

Die Beere, die aus der Heide kommt

Den Ursprung ihres Namens verdankt sie wohl ihrer Eigenschaft als „auf der Heide wachsende Beere“. Doch bekannt ist sie hierzulande auch unter den Bezeichnungen Blaubeere, Schwarzbeere, Bickbeere oder Mostbeere. Die Zwergsträucher werden bis zu einem halben Meter hoch, wachsen auf nährstoffarmen, sauren Waldböden und blühen von Mai bis Juni. Die dunkelblauen Früchte lassen sich vielseitig verwenden. So kann man sie zu Saft, Kompott, Marmelade oder auch zu Heidelbeerwein verarbeiten.

Besonders gegen Durchfall können die getrockneten Früchte der Heidelbeeren hilfreich sein. Grund für die durchfallhemmende Wirkung sind die in den Beeren enthaltenen Gerbstoffe. Heidelbeeren helfen zudem bei Entzündungen des Mund- und Rachenraumes. Hier schafft eine Spülung aus getrockneten Früchten Linderung. Die Blätter der Heidelbeere, die früher zum Beispiel als Tee zur Senkung des Blutzuckerspiegels verwendet oder in der Volksmedizin gegen Magenbeschwerden und Husten eingesetzt wurden, sie sind heute aufgrund ihrer toxischen Wirkung umstritten. Bei Überdosierung können Vergiftungserscheinungen auftreten. Unbedenklich sind die Früchte mit ihren vielfältigen Zubereitungsmöglichkeiten als wohlschmeckendes Sommerobst.

Ulrike Zänger