Natürliche Hormontherapie mit Yoga
Yoga tut dem Körper gut und unterstützt die Gesundheit. Da macht es auch nichts, dass eine ganze Lebensphilosophie in vielen Fitness-Stätten auf reine Körperübungen reduziert wurde. Selbst auf sein Minimum herabgesetzt bietet Yoga noch einen Weg zu einem besseren Körpergefühl.
Doch damit nicht genug: Jüngste Untersuchungen haben ergeben, dass Yoga ausgleichend auf unser Hormonsystem wirkt. Diese Ergebnisse haben wir einer Frau namens Dinah Rodrigues zu verdanken, eine studierte Psychologin und Yogalehrerin aus Brasilien. Sie entwickelte ein Übungssystem, das mit einem Ärzteteam in Sao Paulo auf seine Wirksamkeit wissenschaftlich überprüft und verfeinert wurde. Die hormonelle Yoga-Therapie bietet durchaus eine gesunde Alternative zu der häufig umstrittenen Medikation der Hormon-Behandlung. Aber auch unterstützend kann sie jede Therapie begleiten.
Wann bedarf es eines hormonellen Ausgleichs?
Vor allem während Pubertät, Schwangerschaft und Wechseljahren. Dies sind drei bedeutende Zeitpunkte, die die eigene Persönlichkeit, Einstellungen und Lebensumstände einer Frau nachhaltig verändern. Alle Abschnitte sind mit einer Veränderung des Hormonhaushaltes verbunden. Jedoch wird keine andere Lebensphase der Frau, so bewusst erlebt wie die Wechseljahre. Physiologisch gesehen ist die Zeit des Klimakteriums, wie diese Phase auch genannt wird, durch den Rückgang der Hormontätigkeit bestimmt. Körperliche und emotionale Symptome wie Hitzewallungen, Gereiztheit, Schlafstörungen und Unruhe können auftreten. Doch nicht alle Frauen spüren die hormonelle Veränderung. Etwa 20% durchleben die Phase ungestört. Seelische Konflikte, die mit dem Eintreffen der „Wechsel“jahre einhergehen, können ebenso Auslöser für Beschwerden sein. In unseren Industrienationen z.B., in denen Fruchtbarkeit und Jugendlichkeit wichtige Werte einer Frau sind, erfahren diese den „Lebenswechsel“ häufig als belastend. Die Angst vor Veränderungen steckt in unserer Natur. Dazu kommt die stärkere – bei uns unbeliebte – Auseinandersetzung mit dem Thema Alter, Tod und Hilfsbedürftigkeit. Es ist bei uns zu einem Tabuthema geworden, während in einigen Gruppen Afrikas oder Indiens die Menopause sexuelle Freiheit bedeutet.
Doch diese Phase sollte keinesfalls als Beginn des geistigen und körperlichen Abbaus aufgefasst werden. Unser ganzes Leben lang befindet sich unser Geist und unser Körper in Phasen des Auf- und des Abbaus. Dies ist ein natürlicher Prozess. Und damit Sie dem gelassener entgegen blicken können, bekommen Sie mit Yoga einen effektiven Ratgeber an die Seite gestellt. Yoga wirkt nicht nur auf körperlicher Ebene, sondern hilft dem Geist zur Ruhe zu kommen und sich mit dem eigenen Selbst sowie der universellen Energie, die uns alle durchdringt, zu vereinen. Im Sanskrit, der Sprache der indischen Veden, bedeutet Yoga auch „verbinden“ oder „vereinen“.
Yoga als Schlüssel zu Ruhe und Ausgeglichenheit
Das von Dinah Rodrigues entwickelte Hormon-Yoga für Frauen in den Wechseljahren, beinhaltet abgewandelte Körperübungen aus verschiedenen Yoga-Traditionen, Atemtechniken, die den Körper erwärmen, mentaler Energielenkung und Entspannungsphasen. Wichtig war ihr, die Aktivierung des Prana, wie die Lebensenergie im Yoga genannt wird. Dadurch können gezielt innere Organe und Drüsen angesprochen werden, die für die hormonelle Arbeit im Körper verantwortlich sind. Nachweislich bietet diese Zusammenstellung eine natürliche Art, die Symptome der Menopause ohne Einnahme von Hormonen zu mildern oder sogar ganz zu beseitigen. Die Übungen unterstützen auch junge Frauen, die ihren Hormonhaushalt in ein ausgewogenes Gleichgewicht bringen möchten oder unerfüllte Kinderwünsche haben. Dinah Rodrigues verspricht einfache und schnelle Hilfe.
Hierzulande gibt es bereits einige Yogalehrer, die das Übungssystem von Dinah Rodrigues erlernt haben und Ihnen fachkundige Anleitungen geben können. Adressen finden Sie im Kasten. Sofern Sie schon lange keine Gymnastik mehr gemacht haben, empfehlen wir Ihnen vor Hormon-Yoga, klassisches Hatha-Yoga in einer Yogaschule zu erlernen. Denn Hormon-Yoga ist ein intensives Programm. Die folgenden Übungen sind daher lediglich ein Ausschnitt aus dem Aufwärmprogramm und sollen Sie sanft auf Hormon-Yoga vorbereiten. Sie können die Übungen täglich durchführen und so mit wenig Aufwand ein Gespür für Yoga bekommen sowie Ihren inneren Schweinehund überwinden. Die komplette Übungsreihe können Sie in Rodrigues Buch „Hormon-Yoga“ nachlesen, das im Schirner Verlag erschienen ist (Bestellungen über www.schirner.com oder im Handel für 21,95 Euro). Es beinhaltet zusätzlich Informationen über eine sinnvolle Ernährung und Lebensweise. In der Schwangerschaft können wir Ihnen das aktuell erschienene Buch „Heilen mit Yoga“ und den dort vorgestellten Übungen vom Knaur Ratgeber Verlag für 16,90 Euro empfehlen.
Zum Schluss noch eine gute Nachricht. Die Grübeleien bezüglich der oder das Yoga haben ein Ende: beide Versionen sind richtig!